Addison Groove – Transistor Rhythm
Mit Support der Club-Größen Aphex Twin, Ricardo Villalobos und Mr. Scruff setzt das Debütalbum des jungen Briten an, die Nacht zu erobern. Der launige Bastard aus Techno und House vereint monströse Bassläufe mit einfallsreichen Gastbeiträgen von US-Rapper Spank Rocker und Ambient-Genie Mark Pritchard.
Blood Red Shoes – In Time to Voices
Nach Auflösung der White Stripes sind die Blood Red Shoes das unangefochtene Königspärchen des Blues Punk. Treibene Gitarren, krachendes Schlagzeug und johlende Vocals – wenn das nicht nur längst schon bekannt wäre. Schade, denn die angedeutete Klangentwicklung des Vorgängers versprach wesentlich Spannenderes.
Mando Diaos hüpfende Posterjungs starten, überzeugt von der eigenen Geistesgröße, ein skurriles Seitenprojekt, welches Versatzstücke aus Gospel, Soul, Funk und Disco mit einer seltsamen Hintergrundgeschichte rund um eine Musikersekte beinhaltet. Klingt durchgedreht, ist summa summarum aber kaum mehr als netter Pop der Hausmarke Mando Diao.
Die gewohnt schrägen Beats des IDM-Bastlers Chris Clark treffen auf Gitarrenklänge und das sanfte Organ Martina Topley-Birds. Mit Abstand das bisher wohlklingendste Elektro-Album des Jahres.
Kasper Björke ist ein Houseavantgardist im Fahrwasser seines Kumpanen Trentemollers und bietet auf Album drei melodiös-simplen Elektro, Disco-House und Techno-Klanglandschaften.
Magnetic Fields – Love at the Bottom of the Sea
Das musikalische Schaffen des Amerikaners Stephen Merrit ist so dermaßen verschachtelt und umfangreich, dass ganze kunsthistorische Abhandlungen darüber verfasst werden könnten. Verhaltnismäßig simpel dagegen ist das neueste Werk seiner Stammkapelle – nach drei ungewöhnlichen Konzeptalben kehren die Magnetic Fields zum quirligen Synthie-Pop zurück, der sie Mitte der 90er bekannt machte. Trotz hohen Schunkelfaktors ist das Songwriting zu schwach, um wirklich zu fesseln.
Alle Jahre wieder kommt aus dem Vereinigten Königreich eine jener Soulstimmen, die wie aus der Zeit gefallen den Schmerz und die Leidenschaft vergangener Generationen in der Stimme trägt. Der ugandisch-stämmige Kiwanuka lässt seinen standhaften Tenor über Funk-Rhythmen, Folkgitarren und Holz- wie Blechbläsern klingen, als hätte es seit den 70er Jahren keine Musik mehr gegeben. Hervorragende, wenn auch etwas spannungsarme Lektion in Sachen Nostalgie.
New Build – Yesterday Was Lived and Lost
Wenn sich Mitglieder hochgeschätzter Musikertruppen wie Hot Chips und LCD Soundsystem zusammenschließen, sind die Erwartungen an das Projekt oft zu hoch, als dass ihm das Endprodukt gerecht werden könnte. Wer also nun bei New Build auf eine optimale Kombination aus dem eingängig-geschmeidigen Housepop der Hot Chips und den treibenen Discopunks von LCD Soundsystems hofft, sollte sich besser auf ein solides 80er-Pop-Album einstellen, um nicht vom Glauben abzufallen.
Auch mit dem vierten Album können sich The Shins der besten Plätze auf allen Soundtracks amerikanischer Qualitätssoaps sicher sein, so zuckersüß, leicht melancholisch und herzzerreißend eingängig ist der Sound. Auch wenn die Kanten und Ecken seit dem Debüt kontinuierlich abgeschliffen wurden, bleibt ein Wiedererkennungswert.
Soko – I Thought I Was An Alien
Obwohl Soko nach ihrer Erfolgssingle “I Kill Her” im Jahre 2007 eine Weile spurlos verschwand, entrinnt sie nun dem Status des One-Hit-Wonders und bringt eine dezente Singer-Songwriter-Platte auf den Markt, die mit bissigem Humor und ruhigem Lo-Fi-Sound punktet.



