Animal Collective – Painting With

CD Cover von Animal Collective - Painting WithANIMAL COLLECTIVE – {PAINTING WITH}

Genre: Indie (Electronica/Electropop/Psychedelic-Pop)

Label: Domino Records (Goodtogo)

Veröffentlichungsdatum: 19.02.2016

Diskografie: : Zehntes Studioalbum

Sie würden alle Listen anführen ginge es darum die wichtigsten, stilprägensten Bands der Nullerjahre zu finden. Die Reden ist von diesem einen Bestiarium, dem Tierkollektiv in spe: von Avey Tare, Panda Bear, Geologist und Deakin (der mal da ist, mal nicht). Nichts konnte sich der überlebensgroßen Fernwirkung der Portländer entziehen.

Centipede Hz (2012) brachte die Band, die sich ständig verändert, ständig Vorreiter war, trotz gutem Songwriting, nicht voran – und dieses Schicksal erleidet auch das diesjährige Paiting With. FloriDada, Natural Selection, Golden Gurl sind hervorragende Lieder, keine Frage doch zu oft geht Animal Collective ihre einzigartige Qualität abhanden noch im wildesten Chaos klare Strukturen aufzuzeigen. So klingt Painting With manchmal wie Wirr-Warr statt wie Komplexität, wie Skizze statt wie Song.

 

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Adam Green – Aladdin

CD Cover von Adam Green - AladdinADAM GREEN – {ALADDIN}

Genre: Rock/Pop (Folk-Pop/Folk-Rock)

Label: Revolver Distribution Services (rough trade)

Veröffentlichungsdatum: 29.04.2016

Diskografie: : Außerreguläres Studioalbum

 

Die grellbunten Pappe-Mache-Sets und die abstruse Handlung rund um eine Zauberlampe, die sich als omnipotenter 3D-Drucker herausstellt, mögen auf den ersten Blick wie reine ironische Alberei erscheinen, sind aber wohl wahrscheinlicher ehrliche Ausdrücke des Seelenlebens Adam Greens.

Zumindest die Musik zu diesem Science-Fiction-Märchen, das in Deutschland noch keine Veröffentlichung erfuhr, ist weniger scherzhaft und tongue-in-cheek als es noch die des jungen Greens war, dessen Pennälerhumor sich heute, 2016, in Obskurantismen und Nostalgie aufgelöst zu haben scheint. Me From Far Away fährt ein analoges Syntheziserkarussel auf und lässt Green melancholisch de amore sinnieren. Überhaupt ist hier alles durchwoben von der Gegensätzlichkeit vom Nebel whiskeygetränkter Dunkelheit und juvenilem 8-Bit-Blödsinn. Bleibt nur noch das filmische Pendant abzuwarten, ob es Green nämlich gelang diese spannende Dichotomie auch in Filmsprache umzusetzen.

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Tindersticks – The Waiting Room

CD Cover von Tindersticks - The Waiting RoomTINDERSTICKS – {THE WAITING ROOM}

Genre: Rock/Pop (Baroque-Pop/Jazz)

Label: City Slang (Universal Music)

Veröffentlichungsdatum: 22.01.2016

Diskografie: : Elftes Studioalbum

Nachdem The Something Rain (2012) und Across Six Leap Years (2013) den Tiefpunkt der Tindersticks markiert hatten, lag alle Hoffnung auf The Waiting Room. Insbesondere das Interim veröffentlichte Instrumentalalbum Ypres ließ Großes erwarten. The Waiting Room unterläuft zwar diesen Anspruch, Inflektion des zeitweilig beklemmend-düsteren Monumentalismus Ypres‘ lassen sich nur mit der Lupe suchen, ist aber doch ein überdurchschnittliches Album.

Als Entre begrüßt uns eine Mundharmonika im Solo, bevor es dann in ganzer Bandbesetzung losgeht. Verhaltenes Schlagwerk, eine Hammondorgel und ein zittriger Bariton. Eindeutig vertraut. Manchmal dringt der Jazz durch den verhaltenden Chamberpop. Wirkliche Überraschungen gibt es nicht – so richtig mitreißen vermag The Waiting Room auch nirgends. Das ist zwar schade, schadet dem runden Höreindruck aber nur peripher.

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Siver Hoyem – Lioness

CD Cover von Siver Hoyem - LionessSIVER HOYEM – {LIONESS}

Genre: Indie (Electronica/Neoclassical)

Label: Phonofile / Hektor Grammofon As (Rough Trade)

Veröffentlichungsdatum: 29.01.2016

Diskografie: : Sechste Studioalbum

 

So richtig gewartet hat man sicher nicht auf die neue Soloplatte des Madrugada-Sängers Sivert Hoyem. Madrugada, die Rockband, die Skandinaviens Ruf als Exportweltmeister der Schwermut zementierten, sind ja nach dem Tod ihres Gitarristen 2008 in den vorzeitigen Ruhestand gegangen. Nicht ganz unklug, die Norweger neigten zum Karriereende hin zur auffälligen Repetition.

Und so sollte man von Lioness auch nichts weltbewegendes erhoffen. Ein Drittel kann man gleich nach dem Hören vergessen, ein weiteres Drittel ist unangenehm platt geraten – und nur das verbleibende Drittel bietet so etwas wie einen musikalischen Zugang. Das reicht aber bei weitem nicht Interesse an diesem Werk zu halten.

 

Silver Disc Wertung

 

 

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