Beach House – Thank your lucky Stars

CD Cover von Beach House - Thank your lucky StarsBEACH HOUSE – {THANK YOUR LUCKY STARS}

Genre: Indie (Dream-Pop/Psych-Pop)

Label: Play It Again Sam (Rough Trade)

Veröffentlichungsdatum: 06.11.2015

Diskografie: : Sechstes Studioalbum

Sie sind die Gralshüter des Dreampops – Beach House, ihre in Gitarrensounds, Reverb und Orgeldröhnen gegossene Hypnagogie ist ebenso unverwechselbar wie unnachahmlich. Und wo noch der ein oder andere Rezensent 2012 dem Duo entgegenhielt, es sei nicht in der Lage sich mehr als graduell zu verändern – der hat spätestens 2015 verstanden, dass mit diesem Ansatz Beach House nicht beizukommen ist.

Thank Your Lucky Stars ist besser als noch Myth – und ebenbürtig mit der Schwesternveröffentlichung Depression Cherry aus dem August dieses Jahres. Es gibt hier eine leise Rückkehr zum Sound aus den Anfängen – der noch nicht so vernebelt, mystisch und bitterherb war, sondern süß und leichtfüßig – jedoch mit der filigranen, wohlstrukturierten Popdramaturgie, die Beach House sich erst später in ihrer Karriere erwarben. Eine brillante Fingerübung.

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Beach House – Depression Cherry

CD Cover von Beach House - Depression CherryBEACH HOUSE – {DEPRESSION CHERRY}

Genre: Indie (Dream-Pop/Psych-Pop)

Label: Play It Again Sam (Rough Trade)

Veröffentlichungsdatum: 28.08.2015

Diskografie: : Fünftes Studioalbum

Zur brillanten Fingerübung Thank Your Lucky Stars, wir berichten, gesellt sich die nur wenige Woche zuvor erschienene Schwesternplatte Depression Cherry. Nun ist es natürlich, sodass Beach House niemals ihren Signatursound zugunsten irgendeiner Tagesmode alterieren würden, und so ist dann auch Depression Cherry scheinbar zeit- und raumlos.

Nichtsdestominder gelingt dem Duo eine interessante Progression, ja eigentlich eine Permutation der Motive und Klänge von Myth. Wo die Lucky Stars noch Rückkehr zu luftigeren Anfängen war, da ist Depression Cherry mehr Brodem und Opium, Rotwein und Fiebertraum. Die Veröffentlichung beider Platten war ein geschicktes Manöver der Portländer, die damit zeigen, dass auch in einem beschaulichen Variationssprektrum große Unterschiede gemacht werden können. Denn wo die Schwesterplatte die Vorhänge lüftet, schiebt Depression Cherry sie ganz zu, und in der brokatverhangenen Dunkelheit – da passieren noch Zeichen und Wunder.

 

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The Libertines – Anthems for doomed Youth

CD Cover von The Libertines - Anthems For Doomed YouthTHE LIBERTAINS – {ANTHEMS FOR DOOMED YOUTH}

Genre: Indie (Alternative-Rock/Punk-Rock/Garage-Rock)

Label: EMI (Universal Music)

Veröffentlichungsdatum: 11.09.2015

Diskografie: : Drittes Studioalbum

Doherty und seine alten Bandkollegen sind ja schon alle über die Dreißig hinausgeschritten, und gehen immer skandalfreier nun auf die Vierzig zu. Zeit also nochmal richtig pubertär zu sein, eine ganze Platte mit rotzigen Punk-Garage-Dingern hinzuklatschen und diese dann hochtrabend der „verlorenen“ Jugend widmen.

Dabei scheint es Dorothy, Barat und Co. nicht sonderlich zu interessieren, dass sie in die Lebenswelt der Adressierten mit ihrem Schrammelcharme, der Melange aus Hedonismus und Romantik kaum hineinpassen – und in dieser eher Relikte, denn Ikonen sein dürften. Es gab mal eine Welt in der Doherty die oberste Instanz des Angesagten war; in dieser Welt waren unterproduzierte Kneipenrocklieder sicherlich verschmerzbar (Fame and Fortune, Glasgow Coma Scale Blues) und die Libertines-Platte eben das notwendige Beiprodukt der Dohertyschen Weltanschauung – ohne diesen Beduetungshorizont aber bleiben nur eine Handvoll austauschbarer Liedchen.

 

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John Grant – Grey Tickles, Black Pressure

CD Cover von John Grant - Grey Tickles, Black PressureJOHN GRANT – {GREY TICKLES, BLACK PRESSURE}

Genre: Indie (Alternative-Rock/Math-Rock/Alternative-Pop)

Label: Warner Music International (Warner)

Veröffentlichungsdatum: 09.10.2016

Diskografie: Viertes Studioalbum

John Grant ist eine jener tragischen Gestalten, die die Rezipentienschaft so schätzt – einerseits aus dem wohltradierten Missverständnis heraus Leiden erschüfe große Kunst aber auch der Chance wegen eine vom gesellschaftlichem Gros abgelegene Sichtweise wahrzunehmen. Der HIV-Positive, im isländischen Refugium lebende Barde Grant ist aber auch abseits seines wilden Curriculum Vitae hochinteressant.

Die Musik pendelt unbegrifflich zwischen den Greifbarkeiten. Irgendwie im Soft-Rock fundiert, mit folkigem Erzählermodus und elektronischem Gezirpe, ohne jedoch einen ausdrucksstark formulierten Verschmelzungsanspruch verschiedener genreinterner Narrative. Man muss diese Musik, die in besonders herausragenden Momenten Down Here, Vodoo Doll oder Magma Arrives nennt ganz intrinsisch als spontanen Ausdruck des Grantschen Seelenfiebers lesen.

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